Wonach bemisst sich der nacheheliche Unterhalt?

Wann eine Ehe von langer Dauer konkret vorliegt, ist aufgrund der Umstände des Einzelfalles festzustellen, wobei insbesondere die tatsächliche Ehedauer, das Lebensalter der Ehegatten im Zeitpunkt der Scheidung, die Dauer der Betreuung eines gemeinsamen Kindes, das Ausmaß gegenseitiger wirtschaftlicher Verflechtungen und Abhängigkeiten wegen der Ausrichtung auf ein gemeinsames Lebensziel einbezogen werden können, aber auch die Aufgabenverteilung in der Ehe und eine sich daraus ergebende wirtschaftliche Abhängigkeit, die berufliche Qualifikation und die Möglichkeit des Berechtigten, diese noch zu verbessern, die Lage auf dem Arbeitsmarkt und die konkrete Vermittlungschancen für den Berechtigten, sein Gesundheitszustand und sein Vermögen einbezogen werden können. Danach bemisst sich der nacheheliche Unterhalt.

OLG Hamm, Beschluss vom 19.02.2014, II-8 UF 105/12, 8 UF 105/12